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Verschiedene WG-Modelle und ihr individuelles Konfliktpotenzial

Es gibt viele verschiedene WG-Arten. In jeder WG kann es zu Konflikten kommen.

Jeder kennt das typische WG-Muster: Einige Studierende, die zufällig zusammengezogen sind, weil sie alle studieren und sich die Miete einer Wohnung teilen können. Manchmal sind es natürlich keine reinen Zweck-WGs, sondern Freunde, die in eine Wohngemeinschaft gezogen sind. Und immer häufiger gibt es neue Modelle, die ein bisschen mehr Spielraum bieten. Unterschiedliche WG-Modelle beherbergen unterschiedliches Konfliktpotenzial. Wo liegen die Stolpersteine und wie lassen sie sich umgehen?

 

Mitbewohner in der Wohnung
In den allermeisten Fällen sind Wohngemeinschaften für Studierende ausgelegt. Hier gilt die Regel: Wer nicht studiert, darf nicht einziehen.


WGs sind auch für Auszubildende und Berufstätige eine günstige Alternative

Eine Berufstätigen-WG ist flexibel gestaltbar und bietet den Bewohnern zahlreiche Vorzüge. Dabei ist die geringere Miete in der Regel ein untergeordneter Faktor. Denn Wohngemeinschaften für Berufstätige sind für Menschen aus allen Branchen und großen Unternehmen eine echte Alternative. Wer nicht allein wohnen möchte und nicht in einer Beziehung ist, kann vom Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft profitieren. Ähnlich wie in einem gemeinsamen Büro gibt es die Möglichkeit, über die Arbeit zu reden und sich über die unterschiedlichen Berufe auszutauschen. Auch für Arbeitskollegen kann eine gemeinsame Wohnlösung eine gute Idee sein. Wer einem beliebten Beruf nachgeht, hat natürlich große Chancen, in der Berufstätigen-WG auf Menschen aus der gleichen Branche zu treffen. So ist der Austausch garantiert.

Konflikte in Berufstätigen-WGs

Um Problemen mit dem Putzplan aus dem Weg zu gehen, ist es sinnvoll, eine professionelle Reinigungskraft zu engagieren. Sie kommt einmal in der Woche und kümmert sich um alle Reinigungsarbeiten. So ist die WG sauber und die Mitbewohner können sich in ihrer Freizeit entspannen. Nicht nur Berufstätige mit langen Arbeitszeiten freuen sich darüber.

Wenn ein Mitbewohner in einer Partnerschaft ist, kann das zu Konflikten führen. Oft verbringen die Partner viel Zeit in der WG. Hier gilt: Wohnt jemand mehr als sechs Wochen am Stück in einer Wohnung, ist er oder sie kein Besucher mehr und wohnt de facto dort. Das muss der Vermieter wissen und der neue Mitbewohner sollte sich an gemeinsamen Kosten beteiligen.

Der Klassiker: Students only

Studenten-WGs sind aus den großen Universitätsstädten nicht mehr wegzudenken. Für Studierende ist es nicht nur finanziell sinnvoll, mit anderen zusammenzuleben. Wer neu in eine fremde Stadt kommt, lernt in einer Wohngemeinschaft automatisch andere Studis kennen und kann sich so leichter vernetzen. Wer also kein Zimmer im Wohnheim bekommt oder ein bisschen mehr Privatsphäre benötigt, sucht sich zum Studienbeginn eine WG.

Viele dieser Studenten-WGs sind perfekt auf die Bedürfnisse von Studierenden zugeschnitten. Alle Mitbewohner haben ähnliche Zeiten, zu denen sie außer Haus sind und Partys sind kein Problem. Um diese Möglichkeit auszuschöpfen, gilt: Wer nicht studiert, darf nicht in die WG einziehen. Hier sind viele WGs strikter als beim Geschlecht der Mitbewohnerinnen und Mitbewohner.

 

Berg von Geschirr
Ein Putzplan ist neben anderen Regelungen in einer Wohngemeinschaft unabdingbar, wenn die Mitbewohner nicht im Dreck versinken möchten.

Konflikte in Studierenden-WGs

Konflikte in Studierenden-WGs In studentischen Wohngemeinschaften sorgt der Putzplan für die größten Probleme. Nicht jeder hält sich rigoros an die vorher vereinbarten Regeln. Das sorgt für Unmut, wenn ein Mitbewohner das Gefühl bekommt, alles allein zu machen. Hier gibt es zwei Lösungen. Zum einen gilt es, das potenzielle Chaos anzusprechen und klarzumachen, dass es so nicht bleiben kann. Zum anderen müssen Bewohner auf sich schauen und sich fragen, ob sie ein anderes Verständnis von Ordnung haben als die Mitbewohner. Das kann genauso zu Problemen führen wie tatsächliches Chaos. Solange es in den Gemeinschaftsräumen nicht dreckig ist, sollte jeder seine Aufgaben nach eigenem Ermessen erledigen.

Partys können in Studierenden-WGs ebenfalls zu Problemen führen. Hier geht es meist darum, wer wann wie viele Partys feiert und wie sich die Gäste benehmen. Es kann helfen, im Vorfeld Regeln für Feiern festzulegen. Dazu gehört unter anderem, wie häufig diese stattfinden dürfen und was aus der gemeinschaftlichen Kasse bezahlt wird. Es ist selbstverständlich, Partys mindestens einige Tage im Voraus anzukündigen.

 

Im Alter in einer WG wohnen?

Wohngemeinschaften sind ein spannendes Wohnkonzept für jedes Alter. Das zeigt sich darin, dass es immer mehr WGs gibt, die altersübergreifend oder speziell für eine ältere Zielgruppe ausgelegt sind. In einer sogenannten Senioren-WG wohnen Menschen im Alter von über 70 Jahren zusammen. Alle Mitbewohner kümmern sich umeinander. Jeder macht das, was er oder sie noch kann.

Senior am Tisch
Wohngemeinschaften speziell für Seniorinnen und Senioren sind schwer im Kommen. So müssen ältere Menschen nicht allein leben.
Eine Senioren-WG muss bestimmte Anforderungen erfüllen. So ist es wichtig, dass die Wohnung oder das Haus barrierearm bis barrierefrei ausgebaut ist, sodass alle Bewohner alle Bereiche erreichen können und sich jeder frei bewegen kann. Ein ausgeklügeltes Notruf-System ist ebenfalls unabdingbar,

 

da mit zunehmendem Alter im Haushalt mehr Unfälle passieren können. In manchen Fällen ist zusätzlich ein Pflegedienst notwendig, in einer Senioren-WG ist dies einfacher umzusetzen. Der Vorteil liegt nicht zuletzt darin, dass die Senioren nicht nur die Wahl zwischen allein leben und einem Heim haben. Wer fit genug ist, kann in einer Senioren-WG gut und selbstständig leben. Verwitwete Senioren profitieren besonders von diesen neuen Wohnformen, da sie sich weniger einsam fühlen.

Gemischte Mehrgenerationen-WGs bieten darüber hinaus den Vorteil, dass die jüngeren Mitbewohnerinnen und Mitbewohner den älteren helfen können. Im Gegenzug müssen sie beispielsweise weniger Miete zahlen. Die individuelle Ausgestaltung ist den einzelnen Wohngemeinschaften überlassen.

Gibt es in Senioren-WGs Konflikte?

Natürlich kann es in Wohngemeinschaften mit älteren Mitbewohnern Konflikte geben. Unterschiedliche Ansichten darüber, wann die Wohnung sauber oder aufgeräumt ist, gibt es auch unter Senioren. Wichtig ist, dass es klare Regeln gibt und offen über Probleme gesprochen wird. Dies fällt Senioren mitunter schwer. Ein wöchentliches Treffen, bei dem alle aktuellen Themen auf den Tisch kommen, hilft.

In gemischten WGs mit jüngeren und älteren Mitbewohnern werden Besuch und die Lautstärke am häufigsten zum Problem. Es gilt, Rücksicht aufeinander zu nehmen. Natürlich darf jeder WG-Bewohner Besuch empfangen. Feste Besuchszeiten können dabei helfen, den Tagesablauf nicht zu stören. Wenn ein Bewohner das Gefühl hat, dass jemand anderes zu laut ist, gilt es, das anzusprechen. Akute Lärmbelästigung lässt sich so schnell beseitigen und das Zusammenleben fällt wieder leichter.

 

Bilderquellen:

Abb. 1: Stock.adobe.com © Contrastwerkstatt #73467859
Abb. 2: Stock.adobe.com © Comeback Images #9177940
Abb. 3: Stock.adobe.com © Mirko Raatz #393607522


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