Studentische Wohnkosten im Wintersemester 2026/27: WG-Zimmer kosten durchschnittlich 510 Euro

Durchschnittliche WG-Zimmer-Miete im Wintersemester 2026/27: rund 510 Euro, etwa 1 Prozent mehr als im Wintersemester 2025/26.

Die Wohnkosten für Studierende bleiben zum Wintersemester 2026/27 im bundesweiten Vergleich weitgehend stabil. Ein WG-Zimmer kostet an den untersuchten deutschen Hochschulstandorten rund 510 Euro pro Monat. Hinter diesem Wert stehen jedoch wachsende Preisunterschiede zwischen den Studienorten.

Die gemeinsame Analyse des Moses Mendelssohn Instituts (MMI) und WG-Gesucht.de umfasst 90 deutsche Hochschulstandorte mit mehr als 5.000 Studierenden. Gegenüber dem Wintersemester 2025/26 stieg der nach Studierendenzahlen gewichtete Deutschlandwert um rund ein Prozent. Damals lag er bei 505 Euro. Im Sommersemester 2026 betrug er 512 Euro.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick

  • Rund 510 Euro kostet ein WG-Zimmer im Wintersemester 2026/27 im gewichteten Mittel der untersuchten Hochschulstandorte.
  • Die Preisunterschiede zwischen den Hochschulstandorten sind heute größer als vor zehn Jahren.
  • Nur noch 20,7 Prozent der Studierenden sind an Standorten eingeschrieben, deren WG-Zimmer-Mieten nahe am Deutschlandwert liegen. Vor zehn Jahren waren es 35,4 Prozent.
  • Ein Drittel der Studierenden ist an Hochschulstandorten des oberen Preissegments eingeschrieben.
  • An 76 von 90 untersuchten Standorten liegt der Median der WG-Zimmer-Wohnkosten über der aktuellen BAföG-Wohnkostenpauschale von 380 Euro.

Preisunterschiede zwischen Hochschulstandorten wachsen

Anteil der Studierenden an Hochschulstandorten im mittleren Preissegment sinkt von 35,4 Prozent im Wintersemester 2016/17 auf 20,7 Prozent im Wintersemester 2026/27.

Der weitgehend stabile Deutschlandwert verdeckt, wie unterschiedlich die Wohnkosten je nach Hochschulstandort ausfallen. Für den Zehnjahresvergleich hat das MMI die Standorte nach ihrem Abstand zum jeweiligen Deutschlandwert in drei Preissegmente eingeteilt.

Im Wintersemester 2016/17 waren 35,4 Prozent der Studierenden an Hochschulstandorten eingeschrieben, deren mittlere WG-Zimmer-Miete höchstens zehn Prozent vom damaligen Deutschlandwert abwich. Heute trifft das nur noch auf 20,7 Prozent zu. Zugleich ist der Anteil der Studierenden sowohl an günstigeren als auch an teureren Standorten gewachsen.

Die größere Spreizung zeigt sich auch unabhängig von dieser Einteilung: Der relative Abstand zwischen dem unteren und oberen Viertel der Standortwerte ist im Zehnjahresvergleich um rund 27 Prozent gewachsen. Die Unterschiede sind damit nicht allein eine Folge des insgesamt gestiegenen Mietniveaus.

Ein Drittel der Studierenden an besonders teuren Standorten

Zwölf der 90 untersuchten Hochschulstandorte liegen mit ihrem Median mehr als zehn Prozent über dem aktuellen Deutschlandwert. Obwohl sie nur 13,3 Prozent der untersuchten Standorte ausmachen, ist dort ein Drittel der berücksichtigten Studierenden eingeschrieben.

Zu diesem oberen Preissegment gehören einige der größten Hochschulstandorte Deutschlands. In München liegt der Median aktuell bei 850 Euro, in Berlin und Hamburg bei jeweils 650 Euro. In Köln sind es 640 Euro und in Frankfurt am Main 630 Euro. Diese fünf Städte gehörten bereits vor zehn Jahren zum oberen Preissegment.

Auch im günstigeren Teil des beobachteten Angebots sind WG-Zimmer an diesen Standorten häufig teuer. In allen zwölf Hochschulstandorten des oberen Preissegments liegt das erste Quartil über der aktuellen BAföG-Wohnkostenpauschale von 380 Euro. Das erste Quartil bezeichnet die Grenze, unterhalb derer ein Viertel der erfassten Angebote liegt.

Vor dem Wintersemester steigt der Andrang auf WG-Zimmer

Für Studienanfänger:innen kommt zur Frage nach einem bezahlbaren Zimmer die Konkurrenz um verfügbare Angebote hinzu. Eine separate Auswertung von WG-Gesucht.de zeigt: In mehreren Hochschulstädten erhielten neu veröffentlichte WG-Zimmer-Angebote im August innerhalb der ersten sieben Tage mehr als dreimal so viele schriftliche Kontaktanfragen wie im Juni.

„Für viele Erstsemester beginnt der Konkurrenzkampf um den Studienplatz nach der Zusage ein zweites Mal – diesmal um das WG-Zimmer. Auf WG-Gesucht.de sehen wir, wie stark sich die Nachfrage gerade zuspitzt: In mehreren Hochschulstädten erhalten WG-Angebote mehr als dreimal so viele Kontaktanfragen wie noch im Juni. Wer jetzt ein passendes Angebot findet, sollte deshalb nicht lange überlegen, sondern möglichst direkt Kontakt aufnehmen.“

Annegret Mülbaier, Presse & PR bei WG-Gesucht.de

Wie sich neue Angebote und schriftliche Kontaktanfragen vor dem Wintersemester entwickelt haben, zeigt unsere Analyse zur WG-Suche vor dem Wintersemester 2026/27. Sie beruht auf einer eigenen Auswertung von WG-Gesucht.de; die Kontaktanfragen sind kein Bestandteil der gemeinsamen Mietpreisberechnung mit dem MMI.

BAföG-Wohnkostenpauschale reicht an vielen Standorten nicht aus

Die BAföG-Wohnkostenpauschale beträgt im Wintersemester 2026/27 weiterhin 380 Euro. An 76 der 90 untersuchten Hochschulstandorte liegt die mittlere WG-Zimmer-Miete über diesem Betrag. Dort sind 84,4 Prozent der Studierenden eingeschrieben.

An 48 Standorten überschreitet bereits das erste Quartil der erfassten WG-Zimmer-Angebote die Pauschale. Auf diese Standorte entfallen 55,1 Prozent der Studierenden. Eine Anhebung der Wohnkostenpauschale auf 440 Euro ist für das kommende Sommersemester vorgesehen. Auch bei diesem Betrag läge der aktuelle Median noch an 45 der 90 untersuchten Standorte darüber.

Für junge Menschen, die zum Studium umziehen, können die unterschiedlichen Wohnkosten damit auch bei der Wahl des Studienorts eine Rolle spielen:

„Für junge Menschen, die zum Studium in eine andere Stadt ziehen, macht es einen erheblichen Unterschied, wo sie studieren. Sie kennen den lokalen Wohnungsmarkt häufig noch nicht, haben vor Ort kaum Netzwerke und sind bei der ersten Wohnungssuche besonders auf öffentlich angebotenen Wohnraum angewiesen. Ob ein WG-Zimmer 400, 500 oder 650 Euro kostet, kann dann erheblich darüber mitentscheiden, welcher Studienort überhaupt finanzierbar ist.“

Prof. Dr. Stefan Brauckmann, Moses Mendelssohn Institut (MMI)

Methodik der Analyse

Die gemeinsame Auswertung von WG-Gesucht.de und dem Moses Mendelssohn Institut umfasst 90 deutsche Hochschulstandorte mit mehr als 5.000 Studierenden. Reine Fernstudienanbieter und Verwaltungshochschulen werden nicht berücksichtigt. Die räumliche Betrachtung erfolgt im Regelfall auf Ebene der Kreise beziehungsweise kreisfreien Städte.

Grundlage sind Angebote bestehender Wohngemeinschaften mit insgesamt zwei bis drei Personen, in denen ein Zimmer unbefristet und nicht als Tauschangebot angeboten wird. Die ausgewiesenen Preise sind Warmmieten. Sie enthalten überwiegend bereits Kosten für Strom und Internet sowie die Möblierung und technische Ausstattung gemeinschaftlich genutzter Räume.

Für die einzelnen Hochschulstandorte werden unter anderem das erste Quartil und der Median der Angebotsmieten ausgewertet. Der Deutschlandwert wird anhand der Studierendenzahlen gewichtet: Die Medianwerte der einzelnen Standorte fließen entsprechend der Zahl der dort eingeschriebenen Studierenden in den Gesamtwert ein.

Weitere Analysen zu studentischen Wohnkosten

Die Entwicklung der WG-Zimmer-Mieten wird seit 2013 kontinuierlich untersucht. Auf unserer Übersichtsseite Studentische Wohnkosten in Deutschland finden Sie die langfristige Mietpreisentwicklung und weitere Analysen zum studentischen Wohnungsmarkt.

Pressekontakt

Daten, Markttrends und Einordnungen von WG-Gesucht.de

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Annegret Mülbaier
Presse & PR bei WG-Gesucht.de
pr@wg-gesucht.de

Rückfragen zur Studie und O-Töne

Prof. Dr. Stefan Brauckmann
Moses Mendelssohn Institut (MMI)
Presse-FM@moses-mendelssohn-institut.de

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