Ordentliche Kündigung des Mietvertrags: Fristen und Regeln, auch für WG-Zimmer

Eine ordentliche Kündigung muss stets schriftlich erfolgen – Mieter können ohne Begründung kündigen, Vermieter hingegen nur bei berechtigtem Interesse wie Eigenbedarf oder Pflichtverletzungen.

Als Mieter kannst du einen unbefristeten Mietvertrag jederzeit ohne Begründung kündigen. Die Frist beträgt drei Monate, und die Kündigung muss schriftlich mit deiner Unterschrift beim Vermieter ankommen. Der Vermieter dagegen braucht einen gesetzlich anerkannten Grund, zum Beispiel Eigenbedarf, und seine Frist wird umso länger, je länger du schon in der Wohnung wohnst. Für ein möbliertes WG-Zimmer in der Wohnung des Hauptmieters gelten kürzere Fristen.

Kündigungsfrist für Mieter

Die gesetzliche Kündigungsfrist für Mieter beträgt drei Monate (§ 573c Abs. 1 BGB). Sie gilt unabhängig davon, wie lange du schon in der Wohnung wohnst.

Entscheidend ist, wann die Kündigung beim Vermieter ankommt, nicht wann du sie abschickst. Geht sie spätestens am dritten Werktag eines Monats ein, zählt dieser Monat bereits mit.

Beispiel

Kommt deine Kündigung bis zum dritten Werktag im März an, endet der Mietvertrag am 31. Mai. Kommt sie einen Tag später, endet er erst am 30. Juni.

Eine kürzere Frist kann im Mietvertrag vereinbart sein. Eine längere Frist zu deinem Nachteil ist dagegen unwirksam (§ 573c Abs. 4 BGB).

Wenn du früher raus willst

Ein Umzug allein verkürzt die Frist nicht. Auch einen Nachmieter darfst du nur dann stellen, um früher aus dem Vertrag zu kommen, wenn der Mietvertrag das vorsieht oder der Vermieter zustimmt. Frag also früh nach, ob er sich auf einen Aufhebungsvertrag einlässt. Viele Vermieter sind dazu bereit, wenn du jemanden mitbringst, der direkt übernehmen kann.

Ein Sonderkündigungsrecht mit kürzerer Frist hast du nur in bestimmten Fällen, etwa nach einer Mieterhöhung (§ 561 BGB) oder wenn eine Modernisierung angekündigt wird (§ 555e BGB).

Befristete Verträge und Kündigungsverzicht

Hast du einen Zeitmietvertrag, ist die ordentliche Kündigung für die vereinbarte Laufzeit ausgeschlossen. Dasselbe gilt, wenn beide Seiten für eine bestimmte Zeit auf die Kündigung verzichtet haben. Ein solcher Verzicht ist bis zu vier Jahre lang wirksam. Mehr dazu im Artikel Besonderheiten bei Zeitmietverträgen.

Kündigung durch den Vermieter

Der Vermieter darf nur kündigen, wenn er ein berechtigtes Interesse an der Beendigung hat (§ 573 BGB). Den Grund muss er im Kündigungsschreiben nennen, sonst ist die Kündigung unwirksam. Anerkannt sind vor allem:

  • Eigenbedarf, wenn er die Wohnung für sich, seine Familie oder Angehörige seines Haushalts braucht und das nachvollziehbar begründet.
  • erhebliche Pflichtverletzungen des Mieters, etwa wiederholt verspätete Mietzahlungen
  • wirtschaftliche Verwertung, wenn ihn das Mietverhältnis an einer angemessenen Nutzung des Grundstücks hindert und ihm dadurch erhebliche Nachteile entstehen.

Mehr Miete von einem neuen Mieter zu verlangen, ist kein Kündigungsgrund.

Kündigungsfristen für Vermieter

Mietdauer Kündigungsfrist
bis 5 Jahre 3 Monate
mehr als 5 Jahre 6 Monate
mehr als 8 Jahre 9 Monate

Auch hier gilt: Die Kündigung muss bis zum dritten Werktag eines Monats ankommen, damit dieser Monat mitzählt.

Widerspruch wegen Härte

Bedeutet der Auszug für dich eine besondere Härte, kannst du der Kündigung widersprechen (§ 574 BGB). Gründe können eine schwere Krankheit, hohes Alter, eine Schwangerschaft oder fehlender angemessener Ersatzwohnraum sein. Der Widerspruch muss schriftlich spätestens zwei Monate vor dem Ende des Mietverhältnisses beim Vermieter sein. Ist er berechtigt, wird das Mietverhältnis verlängert.

Bei Widerspruch und Fristen lohnt sich eine Beratung beim Mieterverein.

Form der Kündigung

So muss die Kündigung aussehen

  • Schriftlich auf Papier und eigenhändig unterschrieben (§ 568 BGB). E-Mail, Fax, SMS oder Messenger reichen nicht.
  • Stehen mehrere Personen im Mietvertrag, unterschreiben alle.
  • Ein Kündigungsgrund ist für Mieter nicht nötig.
  • Nenn das Datum, zu dem du kündigst. Sicherer ist der Zusatz „hilfsweise zum nächstmöglichen Termin“.
  • Sorge dafür, dass du den Zugang beweisen kannst, zum Beispiel per Einwurf-Einschreiben oder durch persönliche Übergabe mit Zeugen.

Musterschreiben

Vorname Nachname
Straße Hausnummer
PLZ Ort

An
Name des Vermieters
Adresse des Vermieters

Ort, Datum

Kündigung des Mietvertrags für die Wohnung [Adresse, Lage im Haus]

Sehr geehrte/r Frau/Herr [Name],

hiermit kündige ich den Mietvertrag vom [Datum des Vertrags] über die oben genannte Wohnung fristgerecht zum [Datum], hilfsweise zum nächstmöglichen Termin.

Bitte bestätigen Sie mir den Eingang dieser Kündigung und das Ende des Mietverhältnisses schriftlich. Für die Wohnungsübergabe schlage ich einen Termin in der letzten Woche vor dem Auszug vor.

Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift aller Mieter]

Für die Übergabe hilft dir unser Übergabeprotokoll. Wann du deine Kaution zurückbekommst, steht im Artikel Kautionsrückzahlung beim Auszug.

Kündigung in der WG

Welche Fristen in einer WG gelten, hängt davon ab, wie die Verträge aufgebaut sind.

Du wohnst zur Untermiete beim Hauptmieter

Hast du einen Untermietvertrag mit einem Mitbewohner, der selbst Hauptmieter ist, gelten zwischen euch grundsätzlich dieselben Regeln wie zwischen Mieter und Vermieter. Du kündigst mit drei Monaten Frist, und der Hauptmieter braucht für seine Kündigung einen berechtigten Grund.

Eine wichtige Ausnahme gibt es für möblierte Zimmer: Wohnt der Hauptmieter selbst in der Wohnung und hat er dein Zimmer überwiegend eingerichtet, gilt der normale Kündigungsschutz nicht (§ 549 Abs. 2 Nr. 2 BGB). Dann können beide Seiten spätestens am 15. eines Monats zum Ende desselben Monats kündigen (§ 573c Abs. 3 BGB), und der Hauptmieter braucht keinen Grund.

Kündigt der Vermieter dem Hauptmieter, endet damit auch dein Wohnrecht in der Wohnung. Mehr zur Untermiete im Artikel Mieter, Untermieter und Vermieter: Rechte und Pflichten.

Alle stehen im Mietvertrag

Haben alle Mitbewohner einen gemeinsamen Vertrag mit dem Vermieter, kann ein Einzelner nicht allein kündigen. Eine Kündigung müssen alle unterschreiben, und sie beendet den Vertrag für die ganze WG. Willst nur du ausziehen, brauchst du eine Vereinbarung mit Vermieter und Mitbewohnern, dass ein Nachmieter deinen Platz im Vertrag übernimmt.

Jeder hat einen eigenen Vertrag mit dem Vermieter

Hast du einen Einzelmietvertrag für dein Zimmer, kündigst du ihn wie eine normale Wohnung mit drei Monaten Frist, ohne die anderen fragen zu müssen.

Suchst du für dein Zimmer einen Nachmieter, kannst du es auf WG-Gesucht inserieren. Wie das geht, steht im Artikel Erfolgreich inserieren.

Typische Fehler

  • Die Kündigung kommt zu spät an, weil sie erst am letzten Tag abgeschickt wurde.
  • Eine Unterschrift fehlt, weil nicht alle Mieter unterschrieben haben.
  • Die Kündigung wird per E-Mail oder Messenger geschickt.
  • Du kannst nicht beweisen, dass die Kündigung angekommen ist.

Fristlos statt ordentlich kündigen

Bei schweren Mängeln oder groben Pflichtverletzungen ist auch eine Kündigung ohne Frist möglich. Wann das geht und was du dabei beachten musst, erklärt der Artikel Fristlose Kündigung der Wohnung.

Einen Überblick über deine Rechte als Mieter gibt der Artikel Mietrecht: Allgemeine Informationen für Mieter.

Häufige Fragen zur ordentlichen Kündigung

Drei Monate. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen und spätestens am dritten Werktag eines Monats beim Vermieter eintreffen.

Nur mit berechtigtem Interesse – etwa bei Eigenbedarf, Pflichtverletzungen des Mieters oder wirtschaftlicher Verwertung.

Ja. Bei sozialen Härtefällen wie Krankheit oder drohender Wohnungslosigkeit kann der Mieter Widerspruch einlegen (§ 574 BGB).

Nur wenn der Vermieter zustimmt. Ist die Kündigung angekommen, ist sie wirksam, und du kannst sie nicht einseitig widerrufen. Ihr könnt aber vereinbaren, das Mietverhältnis fortzusetzen.

Nein, die Kündigung wird auch ohne Bestätigung wirksam. Bitte trotzdem darum, damit das Enddatum schriftlich feststeht.

Ja. Die Miete läuft bis zum Ende des Mietverhältnisses weiter, auch wenn du die Wohnung früher räumst. Das ändert sich nur, wenn du mit dem Vermieter einen früheren Auszug vereinbarst.

Bei der Kündigungsfrist zählt der Samstag nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs in der Regel als Werktag. Auf der sicheren Seite bist du, wenn die Kündigung schon Ende des Vormonats beim Vermieter ankommt.

Hinweis:
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