Vegetarische/vegane WG: Tiere essen war gestern für die Bewohner

In einer vegetarischen/veganen WG verzichten die Bewohner auf Fleisch oder alle tierischen Produkte. Der Kühlschrank und die Teller bleiben fleischfrei.

Drei Mitbewohner beim Gemüse schneiden
Gemeinsames Kochen mit den Mitbewohnern ist in einer vegetarischen/veganen WG ohne Unstimmigkeiten möglich. (Quelle: fotolia - SolisImages)

 

"Tiere essen war gestern" meint nicht nur der VEBU. Vor allem viele junge Menschen entscheiden sich für eine Ernährung, die auf Fleisch verzichtet und/oder rein pflanzlich ist. Ethnisch-moralische, ökologische, religiöse oder gesundheitliche Gründe sind für die meisten ausschlaggebend, ihren Speiseplan zu ändern.

Gleiche Essgewohnheiten erleichtern ein harmonisches WG-Leben

Ein WG-Bewohner kommt nach einem langen Tag nach Hause und der Duft eines in der Pfanne brutzelnden Steaks empfängt ihn. Nicht jeder erfreut sich an dem Fleischaroma, das sich in der Kleidung und in den Haaren festsetzen wird – ganz besonders kein Vegetarier/Veganer. Um solch einer Situation in den eigenen vier Wänden zu entgehen, wohnen viele Vegetarier und Veganer lieber mit Menschen in einer vegetarischen/veganen WG zusammen, die ähnliche Ess- und Kochgewohnheiten haben. Dort stehen dann Gemüse-Lasagne, ein leckerer Veggie-Burger oder mal wieder mit Schafskäse gefüllte Paprikaschoten auf dem Speiseplan.

Ob Fleischesser und Fleischverzichter gemeinsam leben können, wird viel diskutiert. Viele Vegetarier und Veganer werden unzählige Diskussionen über das Für und Wider von Fleischkonsum bzw. –verzicht in ihrem Leben geführt haben. Manche Vegetarier versuchen, Fleischesser zu bekehren, von denen manche wiederum Vegetarier vom Fleischgenuss überzeugen möchten. Der Ernährungsstil kann sich somit durchaus auf das Konfliktpotenzial beim Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft auswirken.

Obst und Gemüse im Kühlschrank
Der Kühlschrank bleibt in einer vegetarischen/veganen WG fleischfrei. (Quelle: fotolia - George Dolgikh)

Während der eine sich darüber ärgert, dass der gemeinsam genutzte Kühlschrank wieder nach Salami und Räucherschinken riecht, rümpft der andere beim Anblick des Gemüse-Seitan-Bratlings die Nase. Ein harmonisches WG-Leben kann bei vielen auf Dauer nicht funktionieren, wenn die Bewohner in grundlegenden Ansichten wie dem Verzicht auf Fleisch oder auf alle tierischen Produkte nicht übereinstimmen. Denn jemand, der Fleisch, Milchprodukten, Eiern sowie Honig entsagt, ändert nicht nur seine Essgewohnheit, sondern häufig auch die Lebenseinstellung. Aufgrund der vielen Vorteile entscheiden sich viele Vegetarier und Veganer für eine fleischfreie WG. Dennoch sind die individuellen Bewohner einer WG entscheidend für ein harmonischen Zusammenleben – ob Vegetarier/Veganer oder nicht.

Mehr Vegetarier/Veganer in verschiedenen WG-Arten

Als Urvater der Vegetarier in Europa gilt der griechische Gelehrte Pythagoras, der von 570 bis 510 v. Chr. im antiken Griechenland lebte. In Indien ernähren sich mit etwa 40 Prozent der Bevölkerung 500 Millionen vegetarisch. Heutzutage setzen sich viele Organisationen für einen veganen und vegetarischen Lebensstil ein, wie z. B. die bundesweite Tierschutzorganisation ANIMALS UNITED e.V.. In Deutschland zeigen Erhebungen einen steigenden Trend, vegetarisch zu leben. Ca. 7,8 Mio. Deutsche ernähren sich vegetarisch, zusätzliche 900.000 vegan – das sind rund 10 Prozent der Bevölkerung. Zum Vergleich: Laut einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg lag die Vegetarierquote im Jahr 1983 noch bei 0,6 Prozent. Die steigende Zahl der „fleischlos Glücklichen“ erhöht auch die Menge an potenziellen Bewohnern von vegetarischen/veganen WGs. Bei der Eingabe der Wörter "vegetarische WG" zeigt Google zum Beispiel mehr als 150.000 Treffer an.

Eine Wohngemeinschaft mit ausschließlich vegetarischen oder veganen Bewohnern kann eine von mehreren WG-Arten sein. Vegetarier und Veganer können etwa in einer Studenten-WG, einer Berufstätigen-WG, einer Business-WG oder im Alter in einer Plus-WG oder einer Senioren-WG zusammenleben. Auch in einer Wohngemeinschaft für Alleinerziehende können sich mehrere alleinerziehende Elternteile und ihre Kinder, die sich fleischfrei oder rein pflanzlich ernähren, eine Wohnung teilen.

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