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Plus-WG: Gemeinsam statt einsam ist das Motto in der Plus-WG

In einer Plus-WG leben Menschen ab 50 selbstständig und ohne externe Hilfe zusammen. Die Plus-WG grenzt sich damit eindeutig von betreuten Senioren-WGs ab.

Bewohner einer Plus-WG
Plus-WGs sind eine Lebensform für aktive und selbstständige Menschen ab 50 (Quelle: fotolia - Robert Kneschke)

 

"Gemeinsam statt einsam" - das ist das Motto in einer sogenannten "Plus-WG".Das Plus steht dabei für ein Bewohneralter ab 50 Jahren. Unverheiratete Erwachsene und überzeugte Langzeitsingles müssen somit im Alter nicht auf eine familiäre Atmosphäre in ihrem Zuhause verzichten. Diese Wohnform grenzt sich bewusst von Senioren-WGs und betreutem Wohnen ab, deren Bewohner häufig auf externe Hilfe angewiesen sind.

Gründe für das Zusammenleben ab 50

Wohngemeinschaften als Alternative für das Wohnen im Alter werden immer beliebter, da viele ältere Menschen nicht alleine leben wollen. Eine Plus-WG bietet ihren Bewohnern verschiedene Vorteile: soziale Integration, finanzielle Entlastung sowie zwischenmenschlichen Halt und gegenseitige Unterstützung.

Plus-WG im gemeinsamen Garten
Im gemeinsamen Garten kann die Freizeit zusammen gestaltet werden (Quelle: fotolia - diego cervo)

Eines steht fest: Einsamkeit kann krank machen. Alleinstehenden (Früh-)Rentnern, die wenig Kontakt zu anderen Menschen haben, kann die Wohngemeinschaft eine sinnstiftende Aufgabe bieten. Die Bewohner teilen sich die Haushaltsarbeiten und unterstützen sich im Alltag. Auch gemeinsame Aktivitäten sind leichter zu planen; ein wichtiger Punkt, denn ein Großteil der Plus-WGler sucht aktive Mitbewohner. Den Sonntagnachmittag bei Kaffee und leckerem Apfelkuchen im sonnigen Garten genießen, ist schöner, als allein zu sein. Der Freundes- und Bekanntenkreis vergrößert sich in einer Plus-WG ebenso automatisch wie der Kontakt zu Jüngeren durch Familienangehörige der Mitbewohner. Es kommt mehr Abwechslung ins Leben.

Auch finanzielle Aspekte können ein Grund für den Umzug in eine WG bedeuten. Im Alter entscheiden sich einige, ihr Arbeitspensum zu verringern. Dies geht mit einem geringeren Monatsverdienst einher. Gleichzeitig steigen in vielen Städten die Lebenshaltungskosten, während die Renten für viele gering bleiben. Wohngemeinschaften bieten in diesem Fall auch für fitte Rentner eine finanzielle Entlastung.

Viele Senioren wollen ihr Haus nicht aufgeben, in dem sie jahre- oder jahrzehntelang gewohnt haben. Doch sobald die Kinder aus dem Haus sind oder der Ehepartner verstorben ist, wirkt das Zuhause schnell leer. Andere möchten nicht umziehen, können aber das eigene Heim finanziell nicht mehr tragen. Da bietet es sich an, freie Zimmer an Gleichgesinnte zu vermieten und mit anderen Älteren eine Plus-WG zu gründen.

Steigende Nachfrage trotz möglicher Startschwierigkeiten

Die Zahl der über 65-Jährigen wird bis 2030 um sechs Millionen steigen. Schon heute leben 45 Prozent der Frauen über 65 alleine, bei den Männern sind es 19 Prozent. Und dieser Anteil wird größer werden. Damit ist die Plus-WG eine wichtige Alternative für das Wohnen im Alter.

Für Menschen, die zuvor noch nie in einer WG gewohnt haben, bedeutet das Zusammenleben mit zunächst Fremden eine große Umstellung. Sie sind ab sofort nicht mehr die alleinigen Nutzer von beispielsweise Bad und Küche. Nun müssen sie sich die Herdplatten teilen und im Badezimmer Putzpläne aufhängen. Die Freiheit, die die Bewohner für lange Zeit aus ihren eigenen vier Wänden gewohnt war, müssen sie zu einem geringen Grad aufgeben. Doch die gemeinsame Beteiligung am Kochen oder Putzen lässt die Arbeit in der Regel leichter von der Hand gehen.

Eine Plus-WG unterscheidet sich in verschiedenen Punkten von einer WG, in der junge Menschen zusammen leben. Während sich in einer klassischen Wohngemeinschaft wie der Studenten-WG mehrere Bewohner eine Wohnung teilen, muss das nicht für eine Plus-WG gelten. Sie können komfortabler gestaltet sein, indem sich mehrere Senioren ein Haus teilen, während jeder eine eigene Wohnung bewohnt. Zusätzlich gibt es Gemeinschaftsräume wie etwa eine große Küche oder sogar einen Garten. Wichtig ist: Wer allein sein will, ist allein. Wer nicht allein sein möchte, ist nicht allein.

Plus-WG finden auf WG-Gesucht.de

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