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WG mit Kindern: Wenn man über Spielzeug statt Bierkästen stolpert

WGs mit Kindern sind vor allem bei Alleinerziehenden beliebt. Wer als Kind in einer WG aufwächst, kann theoretisch das gesamte Leben in einer WG verbringen.

Zwei Kinder machen Handstand im Wohnzimmer
Die in der WG lebenden Kinder geben häufig den Tagesrhythmus vor. WGs mit Kindern sind also nicht für feierwütige Studenten geeignet. (Quelle: fotolia - Yuganov Konstantin)

 

Spielzeug in der Ecke statt Bierkästen, ein Teil der WG-Bewohner geht um 20 Uhr ins Bett statt erst aufzustehen – auch so kann das Leben in einer Wohngemeinschaft aussehen. Nämlich dann, wenn Kinder mit in der WG leben. Ein afrikanisches Sprichwort besagt: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen“. Eine WG mit Kindern kommt dem schon ein Stück nahe.

Vorteile einer WG mit Kindern

In der Regel sind es alleinerziehende Mütter und Väter, die eine WG mit Kindern gründen. Zusammen mit anderen Alleinerziehenden und ihren Kindern oder Einzelpersonen teilen sie sich eine Wohnung. Das Zusammenleben entlastet die Elternteile, Herausforderungen lassen sich gemeinsam leichter bewältigen. Neben der finanziellen Entlastung können sich die Bewohner bei der Kinderbetreuung abwechseln, Einzelkinder haben immer einen Spielkameraden in unmittelbarer Nähe. Dadurch ist dem Kind nie langweilig und den Mitbewohnern ebenso wenig.

Zwei Mädchen spielen mit Bauklötzen
In einer WG mit Kindern kann sich das Wohnzimmer schnell in eine Spieloase verwandeln. (Quelle: fotolia - Robert Kneschke)

Eine WG mit Kindern ist neben Alleinerziehenden generell für diejenigen besonders gut geeignet, die es genießen, von Kindern umgeben zu sein. Außerdem kann ein Mitbewohner ohne eigene Sprösslinge den Umgang mit Kindern üben, bevor es für ihn selbst soweit ist, eine Familie zu gründen. Mit einem Kind im Haus ist einfach immer etwas los. Sie sind für jeden Spaß zu haben und heitern ihre Mitbewohner auf. Zusätzlich freuen sie sich, wenn ihr Mitbewohner nach Hause kommt und sich mit ihnen beschäftigt.

Eltern schätzen das Modell WG insbesondere wegen der zusätzlichen Bezugsperson im Haushalt. Jedoch sollten sie die Mitbewohner nicht als Au-pair auszunutzen, das jederzeit für die Kinderbetreuung abrufbar ist. Nach Absprache sind viele Mitbewohner durchaus bereit, einen Abend auf den Nachwuchs aufzupassen. Um keine Missgunst unter den Bewohnern aufkommen zu lassen, sollten Eltern jedoch darauf achten, die entgegenkommende Hilfsbereitschaft der anderen nicht auszubeuten.

Herausforderungen und verschiedene Arten des Zusammenlebens mit Kindern

Konfliktpotenzial gibt es wie in jeder anderen Wohngemeinschaft: Unterschiedliche Einstellungen zur Kindererziehung oder zur Sauberkeit etwa machen ein harmonisches Zusammenleben auch in einer WG für Alleinerziehende schwierig. In einer WG mit Kindern sind Partys und abends laute Musik hören tabu. Gleichzeitig sollte jeder Bewohner tolerant gegenüber der Lautstärke sein, die Kinder verursachen können – und das auch um 7 Uhr morgens. Vorteil: Man muss nie mehr den Wecker stellen. Junge Leute, die gerne ausgelassen feiern gehen, bis 14 Uhr ausschlafen oder zu Hause auf eine wichtige Prüfung lernen müssen, sollten sich gut überlegen, ob eine WG mit Kind passend für sie ist. Es sollten nur Personen einziehen, die an einem langfristigen Mietverhältnis interessiert sind. Denn durch den täglichen Umgang wird der Mitbewohner zur Bezugsperson und das Kind bindet sich an ihn.

Neben der WG für Alleinerziehende ist eine weitere WG-Art, in der Kinder leben, die Mehrgenerationen-WG. Das Wohnprojekt mit jungen und alten Menschen ist auch bei Senioren als Alternative für das Wohnen im Alter beliebt, um nicht in der eigenen Wohnung zu vereinsamen. Eltern schätzen den Umgang der Senioren mit ihren Kindern, gerade wenn die leiblichen Großeltern weiter entfernt wohnen.

Selbstverständlich gibt es auch Studenten-WGs oder Berufstätigen-WGs mit Kindern. Wer als Kind in einer WG aufwächst, kann theoretisch sein gesamtes Leben in einer Wohngemeinschaft verbringen: Auf die WG mit Kindern folgt die Studenten-WG, die Berufstätigen-WG und die Plus-WG, schließlich die Mehrgenerationen-WG oder die Senioren-WG.

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