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Barrierefreie-WG: Eigenständig leben trotz Alter oder Behinderung

Barrierefreies Wohnen ermöglicht Menschen mit Behinderung und Senioren, selbstständig und sicher zu leben. Die Wohnung wird entsprechend umgebaut.

Student mit Handicap beim Lernen
Daumen hoch für barrierefreie WGs! (Quelle: fotolia - karelnoppe)
 
Selbstständig, komfortabel und sicher, so möchten Menschen mit Behinderung und Senioren leben. Barrierefreies Wohnen ermöglicht dies durch den Bau von barrierefreien Wohnungen oder durch den Umbau bereits bestehender Wohnungen. Je nach Grad der Behinderung wird der Um- bzw. Ausbau individuell angepasst. Mit einfachen Mitteln lassen sich Hürden schnell beseitigen, um so die Lebensqualität der Betroffenen aufrechtzuerhalten und möglichst auf fremde Hilfe zu verzichten.

Hindernisse und Lösungen für eine barrierefreie Wohnung

Treppen sind das häufigste Hindernis in bereits bestehenden Wohnungen. Diese Barriere können Bewohner mithilfe von Treppenliften überwinden. Für Rollstuhlfahrer sind elektrisch zu öffnende Türen, Haltegriffe an allen erforderlichen Stellen, niedrige Türklinken und möglichst breite Durchgangsbereiche wichtig.
 
Küche in einer barrierefreien WG
Die speziell angepasste, barrierefreie Küche ermöglicht gemeinsame Kochabende in der barrierefreien WG. (Quelle: fotolia - Jenny Sturm)
Auch in der Küche sind zahlreiche Anpassungen notwendig. Um sich mit Rollstuhl oder Gehhilfe frei bewegen zu können, muss ein ausreichend großer Bewegungsradius eingeplant werden. Kochfeld, Arbeitsplatte und Spüle werden entsprechend angepasst und sind für Rollstuhlfahrer unterfahrbar. Schubladen und Auszüge ersetzen Schränke und Türen. Mit speziellen Maßnahmen wie Induktionskochfeld, Handlauf zur Reduzierung von Sturzgefahr und abgerundeten Kanten ist eine höhere Sicherheit gewährleistet.
Investitionen lohnen sich auch im Bade- und Schlafzimmer. Im barrierefreien Badezimmer ermöglicht etwa ein höhenverstellbarer Waschtisch oder ein Badewannenlift, den Alltag selbstständig zu gestalten. Im Schlafzimmer können ein elektrisch verstellbares Bett mit Fernbedienung oder eine Kleiderstange im Schrank, die einfach herausgezogen und auf Greifhöhe abgesenkt werden kann, eine große Hilfe sein. Inzwischen fördern angesichts der Vergreisung der Gesellschaft auch Bund und Länder barrierefreies Wohnen. Und die Pflegekasse bezuschusst erforderliche Umbaumaßnahmen mit mehr als 2.500 Euro. 

Senioren möchten in den eigenen vier Wänden leben

Niemand möchte ins Heim. Senioren wollen, auch im Fall von Hilfe- und Pflegebedürftigkeit, in den eigenen vier Wänden leben. Wer mitten in der Stadt oder in einem Vorort wohnt, möchte meistens dort bleiben. Gefragt sind vor allem eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, Ärzte und Läden in der Nähe, ein vielfältiges kulturelles Angebot und Grünflächen. 
Für Senioren, die nicht alleine alt werden möchten, bietet eine Mehrgenerationen-WG eine Alternative. Laut einer Forsa-Umfrage können sich zwei von drei Senioren vorstellen, in einer Gemeinschaft mit anderen zu leben. Allerdings ist eine Mehrgenerationen-WG kein Idyll, wo sich die jungen Menschen um Pflegebedürftige kümmern und mit ihnen leben. Die jüngere Generation arbeitet und hat eigene Kinder, die älteren Bewohner müssen sich erst an die Gemeinschaft mit bisher unbekannten Menschen gewöhnen.
Wer selbst die Initiative ergreifen will, hat die Möglichkeit ein gemeinschaftliches Wohnprojekt zu realisieren. Es gibt sogar einige Kommunen, die solche Selbsthilfeinitiativen unterstützen und Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Jedoch kann der Prozess bis zur tatsächlichen Umsetzung teilweise langwierig sein. Deshalb ist es sinnvoll, sich bei der Planung eines solchen Projekts Unterstützung zu holen. Hierfür kann man sich beispielsweise an Pflegedienste und Wohlfahrtsverbände wenden. Natürlich kann man auch auf WG-Gesucht.de zueinander finden.

Studieren und ausziehen mit Handicap – Geht das?

„Als eine Oberstufenschülerin mit fortschreitender Behinderung den Wunsch hatte, auszuziehen und zu studieren, sagte ihre Lehrerin: "Das geht doch nicht."“, berichtet das Spiegel Online Magazin. Es geht doch. Für Studenten mit Handicap gibt es, neben behindertenfreundlichen WGs und 1-Zimmer-Wohnungen, die Option in Wohnungen mit Betreuer zu ziehen oder auch Wohngemeinschaften zu bilden. Ein großer Vorteil ist das Knüpfen neuer Kontakte, vor allem bei Beginn eines Studiums in einer neuen Stadt, ohne sich aufgrund des Handicaps abgrenzen zu müssen. Auf diese Weise muss man nicht auf ein eigenständiges Leben verzichten und kann den ganz normalen Alltag einer Studenten-WG miterleben. Zu beachten ist: Man sollte schon früh nach passenden Wohnungen suchen und finanzielle Mittel beantragen. Vor allem in Großstädten ist eine rechtzeitige Planung wichtig.
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