Sozialisten-WG: Prinzipientreu und spaßfrei für das Proletariat

In der Sozialisten-WG leben diskussionsfreudige Langzeitstunden der Politikwissenschaften. Mit Che, Nikotin und Koffein kämpfen sie für das Proletariat.

Junge Leute demonstrieren
Demonstrationen sind das zweite Zuhause der Bewohner der Sozialisten-WG.

Langzeitstudenten der Politikwissenschaften sind die Hauptbewohner einer Sozialisten-WG. Wer für die Befreiung der Arbeiterklasse kämpft, hat nur wenig Zeit zum Studieren. Kennengelernt haben sich die Bewohner auf einer Demo. Für oder gegen wen oder was demonstriert wurde, weiß keiner mehr. Das ist auch unwichtig, denn unterschieden wird nur in drei Demonstrations-Arten: "Die Polizei hat Demonstranten weggetragen", "Die Polizei hat Schlagstöcke eingesetzt" und im besten Fall "Die Polizei hat Wasserwerfer eingesetzt". Denn die Polizei ist als Handlager des Staates Feind Nummer eins in der Sozialisten-WG.   

Schon beim Frühstück diskutieren die Bewohner über die Lage der unterdrückten Arbeiterklasse in den westbolivianischen Provinzen. Überhaupt sind Diskussionen die Hauptbeschäftigung in einer Sozialisten-WG. Wer SPD wählt und nicht zu jedem Thema eine Meinung hat, gilt als  konservativer Ignorant des Establishments und hat in einer Sozialisten-WG nichts zu suchen. Entscheidungen treffen die Bewohner nach stunden-, manchmal tagelangen Diskussionen per Mehrheitsabstimmung. Deswegen sollte die Anzahl der Bewohner immer ungerade sein.

Wer häufiger in einer Sozialisten-WG zu Gast ist, sollte folgende "Do´s and Dont´s" beachten. "Do´s" in einer Sozialisten-WG:  Ein Poster von Che Guevara zur ideologischen und Kaffee plus selbstgedrehte Zigaretten zur körperlichen Unterstützung mitbringen. Denn wer nächtelang an Schriften zur Verbesserung der Situation des Proletariats arbeitet, kann auf Koffein und Nikotin nicht verzichten. "Dont´s" in einer Sozialisten-WG: Ein Poster von Che Guevara mit dem Kommentar: "Der ist voll süß" mitbringen. Nicht gern gesehen sind auch Energy-Drinks für die Koffein- und industriell gefertigte Zigaretten für die Nikotinzufuhr. Das sind schließlich Produkte von Kapitalisten und die beuten die Arbeiterklasse aus. Für Spaß ist in einer Sozialisten-WG keine Zeit, immerhin gilt es, ein politisches System zu stürzen.


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